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'''Erdöl''' ist ein natürlich in der oberen gewonnene und noch nicht weiter behandelte Erdöl wird auch als '''Rohöl''' bezeichnet (engl. '''''Crude Oil''''').

Schon im Alten Orient unter anderem als Brennstoff verwendet, ist Erdöl spätestens seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Rohstoffe der Industriegesellschaft. Er ist nicht nur der wichtigste fossile Energieträger, sondern der bedeutendste Energierohstoff überhaupt. Durch Trenn- und Konversionsverfahren wird Erdöl in eine Vielzahl von Zwischenerzeugnissen überführt, die als Basis für die Herstellung von Treibstoffen und als Rohstoffe für die Industrie dienen. Zu letztgenannten gehören vor allem Ausgangsstoffe für zahlreiche Produkte der chemischen Industrie, wie Kunststoffe, Lacke und Farben oder auch Medikamente. Seiner enormen wirtschaftlichen Bedeutung verdankt das Erdöl die Bezeichnung ?Schwarzes Gold?. Zumeist politisch bedingte Ölkrisen haben unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Allein in den Jahren von 2000 bis 2009 wurden weltweit etwa 242 Dennoch besteht ein großer Überschuss an Erdöl auf dem Weltmarkt der vor allem durch neue Fördertechniken verursacht wurde.

Ölkonzerne wie BP gehören zu den größten Wirtschaftsunternehmen weltweit. Unfälle bei der Förderung, zum Beispiel der Brand der Bohrinsel Deepwater Horizon 2010, oder beim Transport, zum Beispiel die Havarie des Tankers Exxon Valdez 1989, führten zu Umweltkatastrophen. Erdöltransportwege wie Nord Stream oder die Erdölleitung Freundschaft und deren Bewirtschaftung können Gegenstand zwischenstaatlicher Energiestreitigkeiten, aber auch Basis von weitreichenden Wirtschaftsentwicklungen sein. Die Ölpreise sind wichtige Indikatoren für die Wirtschaftsentwicklung. Unter dem Stichwort Globales Ölfördermaximum wird eine Erschöpfung der weltweiten wirtschaftlich ausbeutbaren Vorräte diskutiert. Marion King Hubbert sagte in den 1950er-Jahren den Höhepunkt der amerikanischen Erdölförderung korrekt für das Jahr 1970 voraus. 1974 schätzte er jedoch fälschlicherweise, dass man das weltweite Maximum bei gleichbleibenden Bedingungen 1995 erreichen werde.

Historisches

Wortherkunft

Die .

Als ''Steinöl'', ''Bergöl'', ''Bergfett'' oder ''Peteröle'' ?und in den apotheken petroleum und oleum petrae?<ref name="GrimmsWB"></ref> und das Wort ''Petroleum'' wurde ab dem 19. Jahrhundert im Deutschen zunehmend für eines seiner Destillationsprodukte (siehe unten) verwendet.

Verwendungsgeschichte

Erdöl ist bereits seit einigen Tausend Jahren bekannt. Da es eine relativ geringe Dichte besitzt (0,8?0,9?kg/l oder Tonnen/m³), die noch unter der von Wasser liegt, kann es beim Fehlen einer nach oben abdichtenden Gesteinsschicht aus größeren Tiefen im Poren- und Kluftraum von Sedimentgesteinen bis zur Erdoberfläche aufsteigen (in Deutschland zum Beispiel bei Hänigsen zwischen Hannover und Braunschweig). Dort wandelt sich das normalerweise relativ dünnflüssige Öl durch die Reaktion mit Sauerstoff und den Verlust leicht flüchtiger Bestandteile in eine teerartige Substanz, sogenanntes Bitumen oder Asphalt, um.

Diese Substanz war schon vor 12.000 Jahren im widmete. Dies ist die erste nachweisbare staatliche Regulierung von Erdöl.

An der Erdoberfläche natürlich austretendes Erdöl wird auch von den Geschichtsschreibern der klassischen Antike, Herodot und Plinius dem Älteren erwäht. Die römische Armee nutzte Erdöl möglicherweise als Schmierstoff für Achsen und Räder. Im frühmittelalterlichen Byzantinischen Reich wurde vermutlich aus Erdöl der Brennstoff für eine als ?griechisches Feuer? bezeichnete Vorform des Flammenwerfers hergestellt.<ref name="Singer 151-154" />

In der vorindustriellen Neuzeit Europas wurde Erdöl bei der ?zubereitung von heilmitteln, salben u.s.w.?, im Gartenbau zur Bekämpfung von Schädlingen und ferner ?zur herstellung von feuerwerk? und als Lampenöl verwendet.<ref name="GrimmsWB" /> Zur Erhöhung der ?geschoszwirkung? wurden Gewehrkugeln vor dem Einführen in den Lauf zusammen mit natürlichem Kampfer in ein mit dünnflüssigem Erdöl getränktes Tuch gewickelt.<ref name="GrimmsWB" /> Speziell therapeutische Verwendung fanden unter anderem Öle aus lombardischen Rohölquellen, wie z.?B. aus dem ?Pechbrunnen? am Monte Zibio bei Modena, aus Pechelbronn im Elsass (vgl. Pechelbronner Schichten) sowie oberbayerisches ?Petroleum?, das von Tegernseer Benediktinern als ?Heiliges Quirin-Öl? (benannt nach Quirinus von Tegernsee) verkauft wurde.<ref name="verflex" />

Johann Jakob Lerche, ein deutsch-russischer Naturforscher, beobachtete Mitte der 1730er Jahre eine blühende Erdölwirtschaft mit systematischer Erdölförderung im damals persischen Baku.<ref name="Singer 151-154" />

Im Zuge der .

Als Meilenstein für die moderne petrochemische Industrie gilt das Patent, das 1855 dem kanadischen Arzt und Geologen Abraham P. Gesner in den USA auf sein Herstellungsverfahren für Petroleum aus Ölschiefer (entspricht in etwa dem oberen Bereich der natürlichen Radioaktivität von Granit) überwachungsbedürftig sind und gesondert entsorgt werden müssen, wurde die Umsetzung dieser Verordnung der Eigenverantwortung der Industrie überlassen, wodurch offenbar zumindest ein Teil der Abfälle sorglos und unsachgemäß behandelt oder entsorgt wurde. In einem Fall ist dokumentiert, dass Abfälle mit durchschnittlich 40?Bq/g ohne jede Kennzeichnung offen auf einem Betriebsgelände gelagert wurden und auch nicht für den Transport besonders gekennzeichnet werden sollten.<ref name="DöschnerDLF" />

In Ländern, in denen deutlich mehr Öl oder Gas gefördert wird als in Deutschland, entstehen auch deutlich mehr Abfälle, jedoch existiert in keinem Land eine unabhängige, kontinuierliche und lückenlose Erfassung und Überwachung der kontaminierten Rückstände aus der Öl- und Gasproduktion. Die Industrie geht mit dem Material unterschiedlich um: In Kasachstan soll Döschner zufolge ein Gebiet von der Größe der Bundesrepublik kontaminiert sein, in Großbritannien würden die radioaktiven Rückstände einfach in die Nordsee eingeleitet.

Weltreserven und Bevorratung

Für Erdöl ist die von Erdöl wie bei anderen Rohstoffen aufgrund der Entdeckung weiterer Lagerstätten und angesichts von Fortschritten in der Fördertechnik regelmäßig anzupassen sind.

Noch Anfang der 2000er Jahre wurden die weltgrößten Reserven in für eine genaue Tabelle).

Laut einem Arbeitsbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aus dem Jahr 2006 bzw. Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist eine ?ausreichende Verfügbarkeit? von Erdöl ohne die Einbeziehung unkonventioneller Vorkommen nur noch für etwa 20 Jahre gegeben. Nach einem Science-Artikel von Leonard Maugeri von Eni hingegen ist das Zeitalter des Öls noch lange nicht vorbei, wohingegen Murray & King 2012 darstellten, dass das Produktionsmaximum (Peak Oil) schon 2005 eingetreten sei. Dies sei an einer veränderten Preiselastizität der Förderung ablesbar.

Für das Jahr 2008 wurden die bestätigten Weltreserven je nach Quelle auf 1329 Milliarden Barrel (182 Milliarden Tonnen nach Oeldorado 2009 von ExxonMobil) bzw. auf 1258 Milliarden Barrel (172,3 Milliarden Tonnen nach BP Statistical Review 2009) berechnet. Die Reserven, die geortet sind und mit der heute zur Verfügung stehenden Technik wirtschaftlich gewonnen werden können, haben in den letzten Jahren trotz der jährlichen Fördermengen insgesamt leicht zugenommen. Während die Reserven im Nahen Osten, Ostasien und Südamerika aufgrund der Erschöpfung von Lagerstätten und unzureichender Prospektionstätigkeit sanken, stiegen sie in Afrika und Europa leicht an.

Nach einigen Jahren hoher Ölpreise in der Größenordnung von 100 US-Dollar pro Barrel fielen die Preise in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 auf kaum mehr als 40 Dollar im Januar 2015. Für diesen Preissturz wurde von Fachleuten ein Angebotsüberhang verantwortlich gemacht. Nach der Rückkehr Irans auf den Markt im Januar 2016 und dem Kampf um die regionale Vormacht durch Saudi-Arabien in diesem Zusammenhang sowie wegen der nicht gedrosselten Förderung Russlands war absehbar, dass das Überangebot bei einem Preis um mittlerweile 50 Dollar noch eine gewisse Zeit vorhalten würde.

Die Länder der Europäischen Union sind verpflichtet, einen 90-Tage-Vorrat als strategische Ölreserve für Krisenzeiten zu unterhalten. Ein großer Teil der deutschen und ein kleinerer Teil der ausländischen Vorräte liegt in den unterirdischen Kavernenanlagen im Zechsteinsalz im Raum Wilhelmshaven, wohin auch das meiste Erdöl nach Deutschland eingeführt wird. In Österreich obliegt der Erdöl-Lagergesellschaft diese Aufgabe.

{| class="wikitable center float-right sortable" style="width:25%"
|+ Weltweite Ölreserven 2013 in Milliarden Barrel
|- style="background:#99CCFF"
!| Region / Organisation || Schätzung von BP 2013
|-
|style="text-align:left" | OECD || 248,8
|-
|style="text-align:left" | GUS || 131,8
|-
|style="text-align:left" | China || 18,1
|-
|style="text-align:left" | Asien-Pazifik || 42,1
|-
|style="text-align:left" | Lateinamerika || 329,6
|-
|style="text-align:left" | Naher Osten || 808,5
|-
|style="text-align:left" | Afrika || 130,3
|-
|style="text-align:left" | Welt || 1687,9
|}

Bei einem täglichen Verbrauch auf dem gegenwärtigen Niveau von ca. 90 Mio. Barrel<ref name="BP_statistics2014_consumption">''Statistical Review of World Energy June 2014 ? Historical data workbook.'' 63th edition, BP plc., London 2014 (Excel-Tabelle 1,6?MB), Tabelle 5: Oil ? Consumption</ref> ergibt sich bei 1687,9 Mrd. Barrel eine Laufzeit von etwa 51 Jahren.

Kritiker solcher Reserveangaben weisen allerdings darauf hin, dass die meisten der Reserven aus Nicht-OECD-Ländern keiner unabhängigen Kontrolle unterliegen (siehe Fußnoten des BP-statistical review). Oft unterliegen (wie in Saudi-Arabien) alle Angaben zu Förderdaten einzelner Felder und Reserven dem Staatsgeheimnis. Daher unterstellen Kritiker diesen Zahlen eine Verfälschung. Vielen OPEC-Förderländern wird auch unterstellt, die Reserven zu optimistisch anzugeben, da die zugeteilten Förderquoten abhängig von den gemeldeten Reservemengen sind.

Weltförderung

Die wichtigsten Erdölförderländer sind gegenwärtig (Stand 2013) deckte ursprünglich bis zu 80 % des nationalen Bedarfs und hatte historisch eine große Bedeutung, hat aber heute nur noch einen Anteil von 2 %.

Laut der neu entdeckten Reserven, sodass seit dieser Zeit die vorhandenen Reserven abnehmen.

Deshalb wird von einigen Experten mit einem globalen Fördermaximum zwischen 2010 und 2020 gerechnet. Kenneth Deffeyes, Colin J. Campbell und Jean Laherrere befürchten, das Maximum sei bereits vor 2010 erreicht worden. Eine Folge dieses Fördermaximums wäre eine anschließend fallende Förderung, so dass die parallel zum Wirtschaftswachstum prognostizierte Nachfrage nicht mehr ausreichend gedeckt werden würde.

Zunehmend kritische Analysen gab es von der Britischen Regierung,

Dschum?a<ref name="Glover2008" /> weist derartige Befürchtungen zurück.

Während in den 1970er Jahren private westliche Ölkonzerne noch knapp 50 Prozent der weltweiten Ölproduktion kontrollierten,<ref name="NYT">Jad Mouawad: ''As Oil Giants Lose Influence, Supply Drops''. In: ''New York Times.'' 18. August 2008.</ref> hat sich dieser Anteil 2008 auf weniger als 15 Prozent verringert. Der weitaus größte Anteil wird von Staatsunternehmen gefördert. Experten<ref name="NYT" /> halten einen Mangel an Öl nicht für gegeben, es handele sich um eine Krise im Zugang zu fortgeschrittener Technologie (der Multis) bzw. umgekehrt auch in der mangelnden Investitionssicherheit in den staatlich kontrollierten Ölförderländern.

Transport

Erdöl wird weltweit über weite Entfernungen transportiert. Der Transport von den Förderstätten zu den Verbrauchern geschieht auf dem Seeweg mit Öltankern, über Land überwiegend mittels Rohrleitungen (Pipelines).

Ölkatastrophen

Etwa 100.000 Tonnen gelangen jährlich bei Tankerunfällen mit teilweise katastrophalen Folgen für die Umwelt ins Meer. Bekannt wurde vor allem die Havarie der ''Exxon Valdez'' 1989 vor Alaska. Da versäumt wurde, das Öl direkt nach dem Unfall mit Ölsperren aufzuhalten und abzusaugen, vergrößerte sich der Ölteppich und kontaminierte über 2000?km der Küste. Die danach durchgeführten Reinigungsmaßnahmen erwiesen sich als unwirksam; die katastrophalen ökologischen Folgen lösten eine breite öffentliche Diskussion über Risiken und Gefahren maritimer Öltransporte aus. Der Unfall führte schließlich zu einer Erhöhung der Sicherheitsauflagen für Öltanker sowie zu einer intensiven Untersuchung möglicher Maßnahmen zur Bekämpfung von Ölunglücken.

Eine andere schwere Ölkatastrophe war der Brand und Untergang der Bohrplattform ''Deepwater Horizon'' im Golf von Mexico im April 2010.
Über mehrere Monate trat Rohöl aus, insgesamt über 500.000 Tonnen.
Durch dieses Unglück entstand eine Ölpest an den Küsten vom Golf von Mexico. Auch das Mississippi-Delta war davon betroffen.

Verbrauch

Der Anteil des Erdöls am Primärenergieverbrauch liegt bei ca. 40 % und damit an erster Stelle der Energielieferanten. Der größte Einzelenergieverbraucher ist der Straßenverkehr.

Weltverbrauch

Der tägliche für detaillierte Angaben).

Der Weltverbrauch steigt derzeit um 2 % pro Jahr an. Die Steigerung ist auf einen stark zunehmenden Ölverbrauch in den aufstrebenden Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien zurückzuführen. In den Industrieländern ist der Verbrauch dagegen trotz eines weiter wachsenden Bruttoinlandsprodukts seit langem rückläufig, d.?h., die Ölabhängigkeit dieser Volkswirtschaften nimmt ab. Dennoch ist der Pro-Kopf-Verbrauch in den Industrieländern immer noch deutlich höher als in den Schwellenländern.

Verbrauch in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2016 2,82 Millionen Tonnen Rohöl gefördert.<ref name="JB_2016">

</ref>
Der Anteil des aus deutschen Quellen gewonnenen Erdöls liegt bei etwa 3 % des Verbrauches, die ergiebigste Quelle ist dabei das Fördergebiet Mittelplate in Schleswig-Holstein.
Im selben Zeitraum importierte die Bundesrepublik 91 Millionen Tonnen Rohöl.

In Deutschland wurden 2017 insgesamt 112,5 Millionen Tonnen Rohöl verbraucht, die in Ölraffinerien weiter aufgearbeitet wurden, welche selbst über Ölpipelines versorgt werden. Wichtigster Lieferant mit etwa 33,5 Millionen Tonnen oder etwa 37 Prozent der Ölimporte war Russland, gefolgt von Norwegen mit etwa 10,3 Millionen Tonnen und das Vereinigte Königreich mit 8,5 Millionen Tonnen. Insgesamt lieferten mehr als 30 Länder Öl nach Deutschland.

Von den erzeugten Ölfertigprodukten wurden im Jahr 2007 wiederum 3,8 % unmittelbar von der Industrie als Energieträger verbraucht, 53,7 % beanspruchte der gesamte Verkehrssektor wie Straßenverkehr (Individualverkehr, Personen- und Frachttransport), Luftverkehr (Kerosin) und Binnenschifffahrt, 12 % nahm die Heizenergie für Endverbraucher in Anspruch, 4,9 % diejenige von Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Einrichtungen. 1,7 % benötigten Land- und Forstwirtschaft, 23,9 % schließlich gingen als Ausgangsstoffe in die chemische Weiterverarbeitung etwa zu Düngemitteln, Herbiziden, Schmierstoffen, zu Kunststoffen (z.?B. Spritzgussprodukte, Gummiartikel, Schaumstoffe, Textilfasern), zu Farben, Lacken, Kosmetika, zu Lebensmittelzusatzstoffen, Medikamenten u.?Ä.<ref name="iea_aussenhandelsstatistik_2007">''Statistics.'' IEA, abgerufen 2007 (englisch).</ref>

Der Verbrauch an Ölfertigprodukten ist seit den 1990er-Jahren jährlich um etwa 1,5 % rückläufig,

Wertmäßig hingegen sind die Importe von Erdöl und Erdgas nach Deutschland allein im Jahr 2006 mit 67,8 Milliarden Euro nach vorläufigen Ergebnissen um mehr als ein Viertel (+28,4 %) gegenüber dem Vorjahr 2005 gestiegen, in der vorläufigen Spitze im Jahr 2008 waren es zuletzt 83 Milliarden Euro mit einem nochmaligen Zuwachs von +10 % gegenüber dem Vorjahr 2007.
Im gesamten Zeitraum 1995 bis 2008 wuchsen die Erdöl- und Erdgasimporte laut Statistischem Bundesamt von 14,44 Milliarden auf 82,26 Milliarden Euro an, mit einem Anteil von ursprünglich 4,3 %, jetzt 10 % an allen Importen.

Der wichtigste Erdöl- und Erdgaslieferant für Deutschland war 2009 nach vorläufigen Zahlen bis November mit einem Drittel (33,2 %) der Rohstoffimporte im Wert von 34,708 Milliarden Euro abgetreten werden.<ref name="bmwi_presseinformation_2010-01-05" />

Raffinerien

Die erste Erdölraffinerie entstand 1859. Die Erdölpreise sanken deutlich und die Zahl der Raffinerien nahm zu. Leuchtöle, besonders Petroleum, ermöglichten neue Lichtquellen.

Nach der Einführung des elektrischen Lichts war Erdöl zunächst nicht mehr attraktiv, doch bald nach der Entwicklung des Automobils setzte die Familie Rockefeller als Mitbegründerin der Standard Oil Company die Verwendung des Erdölprodukts Benzin als Ottokraftstoff durch, statt des von Henry Ford zunächst vorgesehenen Ethanols.

In der Erdölraffinerie wird das Erdöl in seine unterschiedlichen Bestandteile wie leichtes und schweres Heizöl, Kerosin sowie Benzin unter anderem in Destillationskolonnen aufgespalten. In weiteren Schritten können aus dem Erdöl die verschiedensten Alkane und Alkene erzeugt werden.

Petrochemie

In der chemischen Industrie nimmt das Erdöl eine bedeutende Stellung ein. Die meisten chemischen Erzeugnisse lassen sich aus ca. 300 Grundchemikalien aufbauen. Diese Molekülverbindungen werden heute zu ca. 90 % aus Erdöl und Erdgas gewonnen. Zu diesen gehören: Ethen, Propen, 1,3-Butadien, Benzol, Toluol, o-Xylol, p-Xylol (diese stellen den größten Anteil dar).

Aus der weltweiten Fördermenge des Erdöls werden ca. 6?7 % für die chemischen Produktstammbäume verwendet, der weitaus größere Anteil wird einfach in Kraftwerken und Motoren verbrannt. Die Wichtigkeit dieser Erdölerzeugnisse liegt auf der Hand: Gibt es kein Erdöl mehr, müssen diese Grundchemikalien über komplizierte und kostenintensive Verfahren mit hohem Energieverbrauch hergestellt werden.

Aus Erdöl kann fast jedes chemische Erzeugnis produziert werden. Dazu gehören Farben und Lacke, Arzneimittel, Wasch- und Reinigungsmittel, um nur einige zu nennen.

                      '''Erdöl'''
                        |
                (''[[Erdölraffinerie]]'')
                        |
                        |         ? steigender [[Siedepunkt]] ?
   +-----------+--------+-------+--------------+-------------+----------------+
   |           |                |              |             |                |
  [[Methan|Gase]]---+---[[Naphtha]]          [[Kerosin]]         [[Mitteldestillat|Gasöl]]---+---[[Vakuumdestillation|Vakuumgasöl]]     [[Vakuumdestillation|Vakuumrückstand]]
         |     |             [[Petroleum]]         |      |      |                |
         |   [[Motorenbenzin|Benzin]]                         [[Dieselkraftstoff|Diesel]],   |   [[Schmieröl]]e     schweres [[Heizöl]],
         |   [[AvGas]] (?Flugbenzin?)          leichtes   |    [[Tensid]]e      [[Schweröl]], [[Bitumen]],
         |                                  [[Heizöl]]    |                    [[Koks]], [[Ruß]]
     (''[[Steamcracken]]'')                                   |
         |                                            |
     [[Olefin]]e und                                  ''([[Cracken]])''
      [[Aromaten]]                                        |
         |                                          [[Motorenbenzin|Benzin]]
    ''(Reaktionen)''
         |
      [[Monomer]]e
         |
  (''[[Polymerisation]]'')
         |
     [[Kunststoff]]e

Zusammensetzung, Eigenschaften und Klassifizierung

Allgemeines

{| class="wikitable float-right"
|+ Zusammensetzung nach chemischen Elementen<ref name="Speight"></ref>
|-
| Kohlenstoff || 83?87 %
|-
| Wasserstoff || 10?14 %
|-
| Stickstoff || 0,1?2 %
|-
| Sauerstoff || 0,1?1,5 %
|-
| Schwefel|| 0,5?6 %
|-
| Metalle || < 1000 ppm
|}

Erdöl ist hauptsächlich ein Gemisch vieler Kohlenwasserstoffe. Die am häufigsten vertretenen Kohlenwasserstoffe sind dabei lineare oder verzweigte Alkane (Paraffine), Cycloalkane (Naphthene) und Aromaten. Jedes Erdöl hat je nach Fundort eine spezielle chemische Zusammensetzung, die auch die physikalischen Eigenschaften wie Farbe und Viskosität bestimmt.

Farbe und Konsistenz variieren von transparent und dünnflüssig bis tiefschwarz und dickflüssig. Erdöl hat auf Grund von darin enthaltenen Schwefelverbindungen einen charakteristischen Geruch, der zwischen angenehm und widerlich-abstoßend wechseln kann. Farbe, Konsistenz und Geruch sind sehr stark von der geographischen Herkunft des Erdöls abhängig. Manche Erdölsorten fluoreszieren unter ultraviolettem Licht auf Grund von unterschiedlichen Beistoffen, wie Chinone oder Polyaromaten.

.'' In: ''Laborwelt.'' Vol. 7, Nr. 5, 2006, S. 33 ff.</ref> Neben den reinen Kohlenwasserstoffen sind noch Kohlenstoffverbindungen, die Heteroatome wie Stickstoff (Amine, Porphyrine), Schwefel (Thiole, Thioether) oder Sauerstoff (Alkohole, Chinone) enthalten, Bestandteil des Erdöls. Daneben finden sich Metalle wie Eisen, Kupfer, Vanadium und Nickel. Der Anteil der reinen Kohlenwasserstoffe variiert erheblich. Er kann zwischen 97 % und 50 % bei Schwerölen und Bitumen liegen.

Gehalt an leichtflüchtigen Verbindungen

In der Erdölindustrie und -geologie wird unterschieden zwischen ?leichtem? Rohöl (engl. ''light crude oil'') mit relativ hohem Anteil an leichtflüchtigen niedermolekularen Kohlenwasserstoffen und ?schwerem? Rohöl (engl. ''heavy crude oil'') mit relativ hohem Anteil an schwerer flüchtigen niedermolekularen Kohlenwasserstoffen sowie schwerflüchtigen hochmolekularen organischen Verbindungen (Harze, Wachse, Asphaltene). Die Bezeichnungen ?leicht? und ?schwer? beziehen sich dabei auf das spezifische Gewicht bzw. die Dichte des Rohöls, die mit sinkendem Anteil an leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen jeweils zunehmen. Als Maß für die Dichte einer Rohölsorte wird oft der sogenannte API-Grad angegeben, der sich unter anderem aus der relativen Dichte des Öls im Verhältnis zu Wasser berechnet.

Das Verhältnis zwischen leicht- und schwerflüchtigen Verbindungen ist zudem verantwortlich für Farbe und Viskosität des Rohöls: je höher der Anteil an leichtflüchtigen Verbindungen, desto heller und geringviskoser das Öl.

Zu den ?leichten? Rohölsorten zählen ''West Texas Intermediate'' (WTI) sowie das Nordseeöl ''Brent'' (jeweils ca. 35 bis 40°API), eine schwere Röhlsorte ist ''Merey'' aus Venezuela (16°API). Bei Rohölen mit weniger als 10°API spricht man allgemein von Asphalt (siehe auch ??Ölsand).

Schwefelgehalt

Schwefelarmes Rohöl wird ?süß? genannt (engl. ''sweet crude oil'', u.?a. die Sorte ''Brent''), schwefelreiches ?sauer? (engl. ''sour crude oil'', u.?a. die im Golf von Mexiko geförderten Sorten ''Mars'' und ''Poseidon''). Der im Rohöl und in den Raffinationsprodukten enthaltene Schwefel wird durch Verbrennung zum Gas Schwefeldioxid (SO2) oxidiert, das zu einem geringen Teil durch Reaktion mit Luftsauerstoff, katalysiert durch atmosphärischen Staub, in Schwefeltrioxid (SO3) umgewandelt wird. Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid verbinden sich mit atmosphärischem Wasser zu schwefliger Säure (H2SO3) bzw. zu Schwefelsäure (H2SO4), die verdünnt im übrigen atmosphärischen Wasser, als sogenannter saurer Regen niedergehen und verschiedene ökologische und bautechnische Probleme verursachen.

Um den Ausstoß von Schwefeldioxid in die Atmosphäre zu reduzieren, wurden ab etwa 1980 vereinzelt und ab etwa 2000 flächendeckend, aus Erdöl gewonnene Brennstoffe entschwefelt. Schweröl, das als Treibstoff auf Hochseeschiffen genutzt wird, war anfangs noch davon ausgenommen. Der bei der Entschwefelung gewonnene Schwefel ersetzt als Grundstoff für die chemische Industrie kostengünstig den durch Bergbau gewonnenen mineralischen Schwefel. Alternativ zur direkten Entschwefelung von Erdöl wird insbesondere in kohle- und ölbefeuerten Kraftwerken das Rauchgas gewaschen und durch Einblasen von Kalkstaub (CaCO3) Gipspulver (CaSO4) erzeugt, das technisch weiterverwendet werden kann (siehe ??Rauchgasentschwefelung).

Subventionen

Laut einer Studie des britischen Overseas-Development-Instituts subventionieren die führenden Industrie- und Schwellenländer die Erkundung von Ölvorkommen mit 71 Milliarden Euro pro Jahr ? und untergraben damit ihre eigene Klimapolitik.

Erdölausstieg

Aufgrund verschiedener Umweltprobleme, die aus der Förderung von Erdöl sowie der Nutzung und Verbrennung von Erdölprodukten erwachsen (Förderunfälle, Pipelineleckagen, Tankerunfälle, , das als Hauptverursacher der globalen Erwärmung gilt) fordern verschiedene Organisationen, die Nutzung von Erdöl als Rohstoff einzuschränken oder sogar ganz einzustellen. Für die Bestrebungen eines Staates, völlig unabhängig von Erdöl zu werden, wird die Bezeichnung ''Erdölausstieg'' verwendet.

Im Zuge des allmählich stattfindenden globalen Umdenkens in dieser Hinsicht setzte die Familie .

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Treibs: ''Chlorophyll- und Häminderivate in bituminösen Gesteinen, Erdölen, Erdwachsen und Asphalten. Ein Beitrag zur Entstehung des Erdöls''. .
  • Colin J. Campbell: ''Ölwechsel! Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft.'' Dt. Taschenbuch-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-423-34389-3.
  • Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: ''Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859?1974.'' C.H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8.
  • Matthew R. Simmons: ''Wenn der Wüste das Öl ausgeht. Der kommende Ölschock in Saudi-Arabien.'' Finanzbuch, München 2006, ISBN 3-89879-227-7.
  • Daniel Yergin: ''Der Preis. Die Jagd nach Öl, Geld und Macht.'' S. Fischer, Frankfurt 1991, ISBN 3-10-095804-7.
  • ''Erdöl.'' In: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hrsg.): ''Energierohstoffe 2009 ? Reserven, Ressourcen, Verfügbarkeit ? Erdöl, Erdgas, Kohle, Kernbrennstoffe, Geothermische Energie.'' Hannover 2009, S. 31?70.
  • Bertram Brökelmann: ''Die Spur des Öls. Sein Aufstieg zur Weltmacht.'' Osburg, Berlin 2010, ISBN 978-3-940731-54-8.
  • ''Enrons Erben zocken weiter. Der Ölpreis ist ein Spielball von Spekulanten geworden''. In: ''Die Zeit'', Nr. 43/2006

Weblinks

Einzelnachweise

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